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Jugendstil-Ausstellung zum Vaterunser findet Anklang

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Am 17. und 18. Oktober stiegen rund 200 Personen hinab in die Tiefen des Haller Theaterkellers. Unten angekommen tauchten sie ein in sphärische Klänge und widmeten sich der Kunst und Psychologie. Irgendwann ertönte Ben Beckers sonore Stimme, die das Vaterunser in jedem Winkel des alten Gewölbes widerhallen lies. Die Besucher*innen des "Haller Kunstwochenendes" hatte die Neugier auf Jugendstil-Illustrationen von Alphonse Mucha (1860-1939) in den Theaterkeller gelockt. Der Tscheche erlangte im ausgehenden 19. Jahrhundert aufgrund seiner kommerziellen Plakate Weltruhm. Zum begehrtesten Plakatkünstler von Paris avanciert, wollte er etwas sehr Persönliches schaffen und veröffentlichte im Dezember 1899 Illustrationen zu den sieben Bitten des Vaterunsers. Mucha bezeichnete "Le Pater" einst als sein wichtigstes Werk auf Papier, in welchem seine Seele stecke. Muchas Illustrationen wurde eine psychologische Interpretation von Prof. Julius Kuhl beigestellt, die seiner Veröffentlichung "Spirituelle Intelligenz" (Herder 2005/2015) entnommen ist. Darin zeigt der Persönlichkeitsforscher, wie die Entfremdung zwischen Religion und naturwissenschaftlich orientierter Psychologie überwunden wird, wo die Grenzen des analytischen Verstandes liegen und welch enorme Intelligenz in intuitiver Weisheit liegt, insbesondere derjenigen des christlichen Glaubens. Aufgrund der psychologischen Erklärungen zeigten sich viele Besucher überrascht, wie relevant und aktuell das Vaterunser ist. Und Kunstfreunde freuten sich mit "Le Pater" ein wenig bekanntes, aber sehr bedeutendes Werk Muchas, entdeckt zu haben. Die Begeisterung über die Ausstellung zeigte sich unter anderem in lebhaften Gesprächen, in denen auch das Interesse an Raumwunder zum Ausdruck gebracht wurde. Dieses reichte soweit, dass eine junge Frau an Ort und Stelle bekundete, am Projekt ehrenamtlich mitarbeiten zu wollen.



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